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Mobile Startseite: Die Bounce-Rate sinkt, wenn die Kundenorientierung steigt!

Im ersten Beitrag unserer Blog-Serie zur mobilen Customer Journey haben Sie erfahren, wie die aktuelle Studienlage zum M-Commerce aussieht und warum die Mobile-Optimierung auch in 2019 einer der größten Hebel für mehr eCommerce-Umsatz ist. Sie erinnern sich: Der Smartphone-Traffic ist im Durchschnitt höher als der Desktop-Traffic – aber die Smartphone-Conversion-Rate viermal niedriger! In diesem und den nächsten Teilen gehen wir nun konkret auf die Customer Journey ein.

Die mobile Customer Journey unter der Lupe

Unsere Empfehlungen beschreiben wir daher schrittweise entlang der einzelnen Stationen im Mobile-Shop. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den ersten beiden Bereichen, da mobile Endgeräte sehr häufig für Kaufvorbereitung, Recherche und Informationsfindung genutzt werden.

Modell der Customer Journey im Online-Shop. Smartphones sind für viele Kunden das wichtigste Recherche-Tool. Suche und Auswahl spielen im Mobile-Shop daher eine entscheidende Rolle.

Smartphone-Nutzer shoppen häufig unterwegs, zwischen Tür und Angel. Und wenn die Usability nicht ihren Erwartungen entspricht, reißt der Geduldsfaden noch schneller als am Desktop, was zum Absprung führt. Daher muss eine schnelle Auffindbarkeit von Produkten und Informationen unbedingt gewährleistet sein. Doch wie soll der Shop-Betreiber hier vorgehen?

Bedienen Sie die Motive Ihrer Kunden auf der Startseite

Gerade im Hinblick auf die Gestaltung der Startseite ist die Frage entscheidend, welche Motive Ihre Kunden haben, wenn sie in den Shop kommen: Nutzen sie die mobile Seite etwa, um sich über neue Trends zu informieren und sich inspirieren zu lassen? Existiert bereits ein konkreter Kaufwunsch, der erfüllt werden will? Oder zeigen Ihre Analysen, dass Kunden regelmäßig nach ganz bestimmten Informationen suchen – zum Beispiel lokale Verfügbarkeiten oder Öffnungszeiten einer stationären Filiale? Nur wenn Sie ein klares Bild von der Intention Ihrer Kunden haben, können Sie Ihre mobile Startseite darauf ausrichten und die Bounce-Rate minimieren.

Was erwarten meine Kunden? Die Antwort auf diese Frage bestimmt, was auf Ihrer mobilen Startseite zu sehen sein sollte. Zum Beispiel visuelle Kampagnen, Sonder-Angebote oder Kategorien.

Hier einige Empfehlungen für Ihre mobile Startseite:

  • Achten Sie grundsätzlich darauf, dass die Suchfunktion in jedem Fall prominent platziert ist. So geben Sie jedem Kunden die Möglichkeit, schnell an sein Ziel zu kommen.
  • Kampagnen eignen sich sehr gut, um den Inspirationsgedanken abzubilden – insbesondere in den Bereichen Lifestyle, Mode und Möbel.
  • Wenn Sie herausfinden, dass die meisten Kunden noch keine konkrete Kaufabsicht haben, können Sie auf der Startseite eine prominente Navigation abbilden.
  • Im B2B wird oft nach Artikelnummern gesucht. Wieso also nicht direkt einen zusätzlichen Call-to-Action direkt auf der Startseite platzieren mit der Möglichkeit Artikelnummer und gewünschte Menge einzugeben?
  • Grundsätzlich sollte man das Design, das man auf der Starseite wählt, stringent weiterführen. Das heißt, Suchergebnisseite, Produktdetailseite und Warenkorb sollten optisch zusammenpassen.

Vermeiden Sie möglichst alle Kaufhürden – Keep it simple!

Setzen Sie auf Orientierung, statt auf Marketing: In einer Umfrage von Statista gaben Verbraucher an, dass Display-Werbung für sie den größten Störfaktor im M-Commerce darstellt. Am besten, Sie verzichten deshalb darauf, große Pop-ups auf der Startseite zu zeigen. Das trägt dazu bei, dass ein Großteil der Kunden nicht schon direkt zu Beginn abspringt.

Statista 2018

Welche Faktoren stören Sie im Mobile-Commerce am meisten?

Pop-up-Aversion. Kunden haben eine deutliche Meinung, was Störfaktoren in Mobile-Shops angeht.

Gerade mobil wird sehr häufig die Suche als erste Interaktion genutzt. Das allerwichtigste ist auch hier das Mantra: Gestalten Sie die Suche so einfach wie möglich! Vor allem bei den Produktvorschlägen besteht häufig der Trugschluss, dass man genau wie für Desktop Produkt-, Marken-, Kategorie- und vielleicht sogar noch Content-Vorschläge anzeigen sollte. Und dann am besten noch mit einem Produktbild. Ja, auf dem Desktop bringt dies alles wirklich einen Mehrwert, aber haben Sie das schon einmal auf dem Mobile ausprobiert? Ich schätze, niemand scrollt gerne bis zum Sankt Nimmerleinstag durch eine Vorschlagsfunktion.

All das soll natürlich auch nicht heißen, dass keiner dieser Vorschläge per se schlecht ist. Der Suggest sollte aber so schlank bleiben, dass das Richtige einfach und schnell gefunden wird. Also lieber weniger Informationen anzeigen lassen, als den Kunden damit zu überladen.

Der Grund, weshalb ich auf diesen Punkt verstärkt eingehe, liegt darin, dass Kunden immer weniger Zeit auf einer Seite verbringen. Im Vergleich zu 2015 ist die Zeit, die ein Nutzer pro Seite verbringt um 7,3% gesunken – Tendenz steigend.

Ausblick Teil 3: Der Moment der Wahrheit in der Kaufentscheidung

Nach diesem Überblick über die zentralen Anforderungen an eine mobile Startseite finden Sie im nächsten Beitrag Insights zu einem der größten Schmerzpunkte von Mobile-Shops: der Aufmachung von Suchergebnis- und Detailseiten. Unter anderem erfahren Sie, worauf es beim Produktranking im M-Commerce ankommt und wie Sie die Entscheidung Ihrer Kunden enorm erleichtern.

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Über den Autor

Vanessa Schmelzle ist eCommerce Consultant bei FACT-Finder. Zuvor war sie für den Aufbau strategischer Partnerschaften zu Shopanbietern und Agenturen verantwortlich. Als Expertin für Suche, Navigation und Marketing in Online-Shops unterstützt sie Unternehmen aus allen Branchen dabei, die eigenen Wachstumsziele zu erreichen. Zu ihren Kunden zählen namhafte Händler wie Deichmann und die Bergfreunde.

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